03. Dezember 2020

Sinneslust: Riechen, Sehen, Fühlen, Schmecken

Sinneslust in Dachau: Eine Unternehmerin und ihre Läden

Autos holpern über das Kopfsteinpflaster. An einer Baustelle werden Betonstücke laut scheppernd durch einen Schlauch nach unten befördert, eine Gruppe Mädchen läuft fröhlich kichernd Richtung Eisdiele – und mit einem Schritt ist man weg. Raus aus dem Alltag. Verschluckt, von einem wunderbar ruhigen, dezent seifig riechenden Laden mit unzähligen Dingen, die alle begutachtet werden wollen. Mit den Augen und den Fingern. Links oder rechts? Wohin soll man nur zuerst schauen? Oder lieber dem Geruch folgen und in der Tiefe der „Sinneslust“ versinken?

In der „Sinneslust Wohnen“ in der Dachauer Altstadt fühlt sich der Kunde wie in einer anderen Welt.

Während leise entspannende Lounge-Musik spielt, will man einfach nur alles anschauen. Grafisch gemusterte Kissen, handbemalte Vasen, verspiegelte Tabletts, Porzellangeschirr und filigrane Kerzenständer? Was gefällt? Eigentlich alles, möchte der Kunde sagen, der nicht nur wohnt, sondern schon lebt. Der passend zur Jahreszeit dekoriert, abends Kerzen anzündet und Käse auf Teakholzbrettern serviert. Die Dachauerin Sabine Birkholtz-Zwerger betreibt in der Konrad-Adenauer-Straße 16 die „Sinneslust“.

Der Name ist Programm

Mittlerweile gibt es in der Großen Kreisstadt mehrere Läden: das „Wohn“-Geschäft in der Konrad-Adenauer Str. 16, die „Sinneslust“ in der Gottesackerstraße 20,  die sich auf Mode und Schmuck spezialisiert hat [Anm.: dieser Laden ist mit dem Sortiment inzwischen ebenfalls in die Konrad-Adenauer-Str. 16 umgezogen], sowie die „Sinneslust Quartier 3“ in der Bahnhofstraße. Hier gibt es eine kleinere Auswahl an Wohndeko sowie Mode und Schmuck. Doch der Weg zu den verschiedenen Geschäften ging für Sabine Birkholtz-Zwerger nicht schnurgeradeaus, sondern brachte jede Menge Umwege mit sich. Zunächst arbeitete die gelernte Schauwerbegestalterin in großen Möbelhäusern, war viel unterwegs. Doch mit ihren Kindern wollte die Dachauerin beruflich sesshaft werden.

Den Anfang machte ein Weihnachtsgeschäft

Sie startete mit einem kleinen Weihnachtsladen im Jahr 2002 neben dem Schuhhaus Rössler. „Die Weihnachtslust bekam sehr viel positive Resonanz von den Kunden, sodass ich beschloss, dauerhaft ein Geschäft mit ausgesuchten Wohnaccessoires und Düften zu eröffnen“, erinnert sie sich. Vorübergehend zog die „Sinneslust“ deshalb zunächst in einen ehemaligen Teppichladen in der Konrad-Adenauer-Straße, bis das Ehepaar nach rund einem Dreivierteljahr eine feste Bleibe für ihr Geschäft in der Gottesackerstraße fand. Damals gab es dort vor allem Badartikel und Schmuck. „Doch der Laden wurde schnell zu klein“, erinnert sich Sabine Birkholtz-Zwerger.

Endlich bot sich die Gelegenheit, den Laden zu vergrößern

Nach einem weiteren Weihnachtsverkauf in der Pfarrstraße nahm die Deko-Expertin einen Laden in der Augsburger Straße dazu. „Amber“ hieß die Filiale, „die von Anfang an zu klein war“, berichtet die erfolgreiche Unternehmerin. Als dann der Drogeriemarkt Schlecker in der Altstadt schloss, tat sich endlich die Chance auf, auf die Sabine Birkholtz-Zwerger lange gewartet hatte: ein Laden in ausreichender Größe und guter Lage. Das war im Sommer 2010. Zudem konnten hier Sabine Birkholtz-Zwergers Eltern, die in der Wieninger Straße ein Lampengeschäft führten, miteinziehen und ihre Lampen verkaufen. Das passt natürlich wunderbar, denn auch die unzähligen Leuchtkörper in allen erdenklichen Formen und vor allem dezenten Farben sorgen zusätzlich für eine absolute Wohlfühlatmosphäre.

Heute ist die Sinneslust eine feste Instanz

Inzwischen hat die zweifache Mutter rund 15 Mitarbeiter. Ihr Mann Armin kümmert sich um die Umbauten sowie die Buchhaltung, sie selbst pendelt zwischen den Läden hin und her. Meistens ist sie jedoch in der „Sinneslust Wohnen“ anzutreffen. In dem neuesten „Baby“ von Sabine Birkholtz-Zwerger in der Bahnhofstraße kann sich die Schauwerbegestalterin so richtig austoben. Denn hier gibt es stets ein Farbschema, gerade sind es Weiß, Rot und Blau. „Maritim – passend zu Urlaub und Sommer“, erklärt die Geschäftsfrau. Im August wird wieder umgebaut – dann beginnt hier zumindest optisch der Herbst. Gearbeitet wird bei Sabine Birkholtz-Zwerger und ihrem Mann sieben Tage die Woche. „Am Sonntag planen wir die großen Umbaumaßnahmen, führen sie aus und gestalten die Schaufenster um. Das sind ja insgesamt sieben Stück.“

„Unser Ziel ist, uns stetig zu verbessern, sowohl, was das Sortiment betrifft, als auch die Optik“, berichtet Sabine Birkholtz-Zwerger. Und die Ideen gehen der kreativen Mutter mit Sicherheit nicht aus. Damit die Dachauer immer wieder abtauchen und ihre Sinne betören können – ganz nach Lust und Laune.

Text: Conny Kirmaier

[Dieser Artikel erschien erstmalig im Jahr 2017 in Hauspost Nr. 1]

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